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Geschichte

1703
Im Verlauf des Nordischen Krieges beginnt am 23. April (nach dem alten Kalender) eine russische Abteilung unter Boris Scheremetjew die Belagerung von Nienschanz. Am 1. Mai kapitulieren die Schweden. Am 16. Mai beginnen auf der Haseninsel die Arbeiten zum Bau der Festung Sankt-Piterburch. Am 29. Juni wird der Grundstein für die Peter-Pauls-Kirche gelegt. Soldaten, Bauern und Handwerker, die auf Befehl des Zaren aus allen Ecken des Landes ans Newa-Ufer umgesiedelt werden, bauen neben der Festung auch Betriebe, die zur Belieferung der Armee und Flotte gebraucht werden - die Admiralitäts-Werft sowie Pech- und Gießereihütten.

1710
Ab diesem Jahr ist St. Petersburg die Stadt, in der ausländische Gesandte empfangen werden. Auch beginnt man, hier Hochzeiten von Mitgliedern der Zarenfamilie zu feiern. Zar Peter I. begründet das Hl.-Dreifaltigkeits-Alexander-Newski-Kloster.

1712
Der Zarenhof, die Garde und Regierungsstellen werden aus Moskau in die neue Stadt verlegt. St. Petersburg wird damit faktisch zur Hauptstadt des Reiches, auch wenn darüber kein offizieller Erlass erging. Das Stadtzentrum bildet sich auf der Wassili-Insel heraus, wird aber später auf die Admiralitäts-Seite verlegt.

1719
Auf Verfügung Peters I. wird die Kunstkammer zu Bildungszwecken für das breite Publikum geöffnet - die damit zum ersten naturwissenschaftlichen und historischen Museum Russlands wird.

1725
Nach dem Tod Peters I. beginnt ein Machtkampf. Die neue Aristokratie, die sich auf die Garde stützt, verhilft Katharina I. auf den Thron.

1727
Nachfolger von Katharina I. wird Peter II. - der Sohn des Zarewitsch Alexej. Der neue Zar zieht mit dem Hof nach Moskau um. Im Jahr darauf leben in Petersburg nur noch 40.000 Menschen.

1732
Die Zarin Anna Iwanowna verlegt die Hauptstadt wieder nach Petersburg. Für den Unterhalt des Hofes und für Bälle und Maskeraden werden große Summen ausgegeben.

1741
Beginn der Zarenherrschaft von Elisabeth Petrowna, die sich durch den Bau von zahlreichen Palästen im Barock-Stil auszeichnet (darunter Projekte von Bartolomeo Rastrelli). Damals werden der Anitschkow-Palast und das Smolny-Kloster gebaut. Ende 1761 stirbt Elisabeth Petrowna. Auf den Thron kommt ihr Neffe Peter III. Seiner Gattin Katharina Alexejewna gelingt es, den Zaren mit einer Palastrevolte zu stürzen.

1762
Auf dem Zarenthron sitzt nun Katharina II. Die Einwohnerzahl Petersburgs erreicht fast 160.000. Die Newa-Ufer werden in Granit gefasst und es entstehen die ersten Gebäude im klassizistischen Stil. Der Stadt zum Schmuck gereichen die zahlreichen Schlösser der Kaiserin und ihrer Vertrauten: Der Marmorpalast, der Taurische Palast, der Steininsel-Palast, der Palast in Zarskoje Selo sowie das Schloss von Pawlowsk. 1764 kommt in Petersburg eine große Partie Bilder an, die Katharina II. bei dem preußischen Kaufmann Gotzkowsky erworben hat. Die Sammlung besteht aus 225 Werken, hauptsächlich holländischer und flämischer Schule. Dies war der Grundstock für eine systematische Sammlung von Kunstschätzen, die später teilweise in die Bestände der Eremitage einging. Dieses Jahr gilt deshalb als das Gründungsdatum dieses Museums. 1785 wird der Eremitage die Bibliothek von Diderot eingegliedert, die schon 1765, noch zu Lebzeiten des Philosophen, von Katharina II. aufgekauft und diesem bis zu seinem Tod zur Verfügung überlassen worden war.

1796
Unter Paul I. verwandelt sich Petersburg in eine Garnisonsstadt. Man beginnt mit der Anlage von steinernen Kasernen und Exerzierplätzen. Das Potjomkin-Palais wird in einen Stall umgewandelt und das Woronzow-Palais übergibt man dem Malteserorden. Der Ritter-Zar baut sich als neue Residenz das Michaels-Schloss, wo er 1801 von Verschwörern ermordet wurde.

1801
Alexander I. kommt auf den Thron. Er macht die Neuerungen von Paul I. wieder rückgängig. Anstelle der alten Kollegien werden Ministerien gebildet. Man beginnt mit dem Bau von Ministerialgebäuden und Kathedralen und der Gestaltung der „Strelka" genannten Inselspitze der Wassili-Insel. Das 100-Jahr-Jubiläum Petersburgs wird mit einer Parade auf dem Senatsplatz begangen. Zu diesem Zeitpunkt hat Petersburg Moskau in der Einwohnerzahl bereits überflügelt. Seine Bevölkerung zählt 214.000 Köpfe.

1824
Die Stadt wird vom schwersten Hochwasser seiner Geschichte heimgesucht.

1825
Die Herrschaft von Nikolaus I. beginnt mit dem Aufstand der Dekabristen auf dem Senatsplatz. Karl Rossi übernimmt die Gestaltung des Ensembles der zentralen Plätze, darunter dem Schlossplatz.

1855
Alexander II. kommt auf den Thron. Er schafft 1861 die Leibeigenschaft ab und führt eine Reihe von Reformen im Standes-, Gerichts und Militärwesen durch. Ab Ende 1870 verschärfen sich die Repressionen gegen die Revolutionäre. Auf den Zaren werden mehrere Anschläge verübt. 1881 wird Alexander II. von Anhängern der Volkswille-Bewegung ermordet.

1881
Unter Alexander III. leben etwa 1,5 Millionen Menschen in der Stadt. Die Industrievorstädte entstehen.

1894
Beginn der Zarenherrschaft von Nikolaus II., dem letzten russischen Kaiser. In diese Periode fällt der russisch-japanische Krieg, die Revolution von 1905-1907 und der Erste Weltkrieg. Zum 200-jährigen Jubiläum Petersburgs wird feierlich die Troizki-Brücke über die Newa eröffnet.

1914
Nach Beginn des Ersten Weltkriegs wird St. Petersburg in Petrograd umbenannt.

1917
Die Provisorische Regierung kommt an die Macht, nachdem im Verlauf der Februar-Revolution Nikolaus II. abgedankt hat. Versammlungen, Demonstrationen und Streiks lassen Petrograd brodeln. Die Partei der Bolschewiken betritt den Schauplatz. Sie baut eine Rote Garde auf, mit deren Hilfe die Bolschewiken in der Oktoberrevolution die Macht ergreifen. Ein Rat („Sowjet") der Volkskommissare wird gebildet, an dessen Spitze Wladimir Lenin steht. Anfang 1918 zieht die sowjetische Regierung nach Moskau um. Petrograd ist nicht länger Hauptstadt.

1924
Nach dem Tod Lenins bekommt die Stadt den neuen Namen Leningrad.
8. September 1941 - 27. Januar 1944
Blockade Leningrads durch Truppen der deutschen Wehrmacht. Alle Palast-Vororte, die Pulkowo-Höhen und der Prospekt Statschek sind von den Deutschen besetzt. Obwohl viele Stadtbewohner evakuiert werden (unter anderem über die „Straße des Lebens", die über das Eis des Ladoga-Sees führt), sterben über eine Million Menschen an Hunger und Bombenangriffen.

1945
Leningrad erhält den Titel „Heldenstadt".

1960
Eröffnung des Blockade-Mahnmals auf dem Piskarjowskoje-Friedhof, wo 600.000 umgekommene Leningrader beerdigt wurden.

1960er - 1980er Jahre
Leningrad wird zur Hauptstadt der Untergrund-Kultur: Hier leben Joseph Brodsky, Sergej Dowlatow, Andrej Bitow, Alexander German, Boris Grebenschtschikow und Sergej Kurjochin.

1991
Aufgrund einer Volksabstimmung wird die Stadt in St. Petersburg rückbenannt.

1994
In Petersburg finden die "Goodwill Games" statt.

2003
Der 300. Stadtgeburtstag wird feierlich begangen.

2006
In Petersburg findet ein G8-Gipfel statt.

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